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Tiefster Punkt der Erde – Marianengraben & Challengertief

Leon Maximilian Schneider Becker • 2026-05-22 • Gepruft von Mia Schneider

Der Marianengraben, genauer gesagt das Challengertief, gilt mit einer gemessenen Tiefe von bis zu 10.994 Metern als der tiefste Punkt der Erde – doch die Bedingungen dort sind so extrem, dass weniger als zehn Menschen den Grund je betreten haben.

Tiefste Stelle (Meer): Challengertief, ca. 10.994 m unter dem Meeresspiegel · Druck am Grund: etwa 1.070 bar · Erste bemannte Tauchfahrt: 1960 mit dem Bathyscaphe Trieste · Anzahl menschlicher Besuche: weniger als 10 Expeditionen · Temperatur am Grund: knapp über dem Gefrierpunkt (ca. 1–4 °C)

Kurzüberblick

1Tiefster Punkt im Meer
2Tiefster Punkt an Land
3Bedingungen in der Tiefsee
  • Druck: >1.000 bar (Wikipedia)
  • Temperatur: 1–4 °C (Nausicaá)
  • Völlige Dunkelheit (Wikipedia)
4Erforschung
  • Erste Entdeckung: 1875 (HMS Challenger) (Wikipedia)
  • Erste bemannte Tauchfahrt: 1960 (Nausicaá)
  • Jüngste Tauchfahrt: 2023 (Fendouzhe) (Wikipedia)

Sechs Messwerte, eine Konstante: Die genaue Tiefe des Marianengrabens variiert je nach Methode, doch alle liegen jenseits der 10.900-Meter-Marke.

Eigenschaft Wert
Maximale Tiefe ca. 10.994 m (Challengertief) (Nausicaá)
Druck am Grund etwa 1.070 bar (Wikipedia)
Temperatur 1–4 °C (Nausicaá)
Erste bemannte Tauchfahrt 1960 mit Trieste (Wikipedia)
Anzahl bemannter Tauchgänge weniger als 10 (Baloise)

Wo ist der tiefste Punkt der Erde an Land?

Der Widerspruch

Der tiefste Punkt der Erde liegt nicht im Ozean, sondern an Land – wenn man die Definition auf die Kontinente bezieht. Das Ufer des Toten Meeres liegt rund 430 Meter unter dem Meeresspiegel Baloise und ist damit die tiefste frei zugängliche Landstelle.

  • Der tiefste Punkt der Erde an Land ist das Ufer des Toten Meeres (ca. 430 m unter dem Meeresspiegel). (Baloise)
  • Der tiefste Punkt der Erde insgesamt ist der Marianengraben mit dem Challengertief (ca. 11.000 m). (Nausicaá)
  • Der Marianengraben liegt im westlichen Pazifik, östlich der Marianeninseln. (Wikipedia)
Fazit: Für Tiefseeforscher ist der Druck der entscheidende Faktor: Während das Tote Meer mit normalem Luftdruck auskommt, herrschen im Marianengraben über 1.000 bar – ein Umstand, der jede technische Herausforderung auf ein neues Niveau hebt.

Die Implikation: Wer den tiefsten Ozeanpunkt erreichen will, muss mit Drücken umgehen, die auf dem Land undenkbar sind.

Ist der Marianengraben der tiefste Punkt der Erde?

Ja, der Marianengraben ist die tiefste bekannte Stelle der Ozeane. Das Challengertief, eine trichterförmige Vertiefung im südlichen Teil des Grabens, erreicht die größten gemessenen Tiefen. (Wikipedia)

Tiefster Punkt der Erde ohne Wasser

Der tiefste Punkt der Erde an Land ist das Ufer des Toten Meeres mit etwa 430 Metern unter dem Meeresspiegel. (Baloise)

Tiefster Punkt der Erde über Wasser

Gemessen vom Meeresspiegel aus ist der Marianengraben mit über 10.900 Metern der tiefste Punkt. (Nausicaá)

Wie kalt ist es in 11000 Meter Tiefe?

  • In 11.000 m Tiefe beträgt die Wassertemperatur knapp über dem Gefrierpunkt, etwa 1–4 °C. (Nausicaá)
  • In 3.000 m Tiefe liegt die Temperatur meist zwischen 2 und 4 °C, abhängig von Strömungen. (Nausicaá)
  • Die Temperatur im Marianengraben bleibt nahezu konstant, da kein Sonnenlicht eindringt. (Baloise)
Was das bedeutet

Für Tiefseeorganismen ist diese Kälte kein Problem – sie haben sich im Laufe der Evolution an konstante Temperaturen angepasst. Ein Mensch ohne Schutzanzug wäre dagegen innerhalb weniger Minuten unterkühlt, selbst wenn der Druck ihn nicht töten würde.

Fazit: Für den Menschen bedeutet die Tiefseekälte ohne Schutzanzug Unterkühlung in Minuten, während Tiefseeorganismen perfekt angepasst sind.

Das Muster: Die extremen Bedingungen der Tiefsee fordern jeden Besucher heraus – sei es durch Kälte oder Druck.

War schon jemand am tiefsten Punkt der Erde?

„Der Grund war überraschend flach und mit einer Schicht aus weichem Schlamm bedeckt.“

Jacques Piccard (Tauchpionier), nach dem Tauchgang 1960

  • Ja, die erste bemannte Tauchfahrt zum Challengertief fand 1960 mit dem Bathyscaphe Trieste statt (Jacques Piccard und Don Walsh). (Wikipedia)
  • Seitdem haben nur wenige Expeditionen den Grund erreicht, darunter James Cameron (2012) und Victor Vescovo (2019). (Nausicaá)
  • Bis 2024 haben weniger als 10 Menschen den tiefsten Punkt der Erde besucht. (Baloise)
Fazit: Für Tiefseeforscher war die erste Tauchfahrt 1960 ein technisches Wagnis, das nur dank extrem stabiler Tauchboote gelang. Heute ermöglichen moderne Materialien wiederholte Tauchfahrten – das Risiko bleibt enorm.

Die Konsequenz: Jeder bemannte Tauchgang in diese Tiefe ist ein Wettlauf gegen Materialermüdung und menschliche Grenzen.

Warum ist der Marianengraben so gefährlich?

Die größte Gefahr

Der Wasserdruck am Grund beträgt über 1.000 bar – das ist mehr als 1.000-mal so hoch wie der Luftdruck auf Meereshöhe. (Baloise) Jedes Leck in einem Tauchboot würde sofort zur Katastrophe führen.

  • Der Wasserdruck am Grund beträgt über 1.000 bar (107 Megapascal), was jeden menschlichen Körper sofort zerdrücken würde. (Wikipedia)
  • Die totale Dunkelheit, extreme Kälte und unbekannte Strömungen machen Tauchgänge extrem riskant. (Nausicaá)
  • Technisches Versagen oder Kollisionen mit dem Meeresboden sind häufige Gefahren bei Tiefseetauchgängen. (Baloise)
Fazit: Für Ingenieure bedeutet der Druck: Selbst modernste Tauchboote müssen Drücken standhalten, die Stahl wie Papier verformen. Jeder Tauchgang ist ein Wettlauf gegen Materialermüdung.

Was dies bedeutet: Ohne extremes technisches Know-how ist ein Besuch unmöglich – die Natur setzt hier absolute Grenzen.

Welche Wassertiefe hält ein Mensch aus?

Die Antwort hängt von der Ausrüstung ab. Ohne technische Hilfsmittel ist die menschliche Toleranzgrenze innerhalb weniger Dutzend Meter erreicht. (Nausicaá)

  • Ohne Ausrüstung liegt die maximale Tauchtiefe eines Menschen bei etwa 40–60 Metern (Apnoe-Rekorde bis 214 m mit Spezialtechnik). (Baloise)
  • Mit technischer Ausrüstung (SCUBA) sind Tiefen bis etwa 300 m möglich, aber mit extremem Risiko. (Wikipedia)
  • Den tiefsten Punkt der Erde (11.000 m) kann ein Mensch nur in speziellen Tauchbooten oder Unterwasserfahrzeugen erreichen. (Nausicaá)
Fazit: Für den Menschen ist der Marianengraben ohne schützende Hülle unerreichbar – der Druckunterschied entspricht dem zwischen dem Vakuum des Weltalls und der Erdoberfläche.

Das Fazit: Selbst die besten Taucher bleiben Meilen vom tiefsten Punkt entfernt – nur Technologie macht den Abstieg möglich.

Die verschiedenen Messmethoden liefern leicht abweichende Werte – ein Hinweis auf die technische Herausforderung, in dieser Tiefe präzise zu vermessen.

Messwert Jahr/Methode Quelle
10.928 m Victor Vescovo (2019, direkte Messung) Wikipedia
10.983 ± 6 m Dezember 2014 (gesicherte Messung) Wikipedia
10.984 ± 25 m 2014 (veröffentlichte Studie) Nausicaá
~8.184 m 1875 (HMS Challenger, erste Messung) Wikipedia

Zeitleiste der Erkundung

  • 1875: Die HMS Challenger entdeckt den Marianengraben und misst eine Tiefe von etwa 8.184 m. (Wikipedia)
  • 1951: Das Schiff HMS Challenger II vermisst das Challengertief mit Echolot auf 10.900 m. (Nausicaá)
  • 1960: Erste bemannte Tauchfahrt mit dem Bathyscaphe Trieste: Jacques Piccard und Don Walsh erreichen den Grund. (Wikipedia)
  • 2012: James Cameron unternimmt einen Solo-Tauchgang in der Deepsea Challenger und erreicht den Grund. (Nausicaá)
  • 2019: Victor Vescovo taucht mit dem DSV Limiting Factor und misst eine Tiefe von 10.928 m. (Wikipedia)
  • 2021: Das chinesische Tauchboot Fendouzhe erreicht den Grund und sammelt Proben. (Baloise)

Der Zeitstrahl zeigt: Von der ersten Lotung bis zu modernen Tauchbooten hat die Erforschung stetig zugenommen – aber jede Expedition bleibt ein Wagnis.

Was wir wissen – und was nicht

Bestätigte Fakten

  • Der Marianengraben ist der tiefste Punkt der Ozeane. (Nausicaá)
  • Der Druck am Grund beträgt über 1.000 bar. (Wikipedia)
  • Menschen haben den Grund erreicht (1960, 2012, 2019 etc.). (Baloise)

Was unklar ist

  • Die genaue maximale Tiefe ist aufgrund von Messungenauigkeiten nicht exakt bekannt (10.994 m vs. 10.928 m). (Nausicaá)
  • Die Artenvielfalt am Grund ist weitgehend unerforscht. (Baloise)
  • Ob es noch tiefere Stellen gibt, ist nicht endgültig geklärt. (Wikipedia)

Die Forschung steht noch am Anfang – die Tiefsee birgt viele Geheimnisse, die erst nach und nach gelüftet werden.

Stimmen aus der Tiefe

„Es ist der extremste Ort auf der Erde, den man besuchen kann.“

Victor Vescovo (Tiefseeforscher), in einem Interview (2020)

„Das Leben dort hat sich an Drücke angepasst, die jedes menschliche Tauchgerät zerstören würden.“

Prof. Alan Jamieson (Meeresbiologe)

Für zukünftige Expeditionen und Forschungsinstitute ist die Herausforderung klar: Die technischen Hürden sind überwindbar, aber die Erkenntnisse, die am Grund des Marianengrabens warten, könnten unser Verständnis von Lebensräumen und Geologie revolutionieren – oder aber den Preis für Übereifer offenbaren.

Weitere Quellen

spiegel.de, deepwave.org

Der tiefste Punkt der Erde, das Challengertief im Marianengraben, wurde erstmals 1960 von Jacques Piccard und Don Walsh erreicht, wie ein aktueller Artikel über den Marianengraben und seine Tiefe detailliert beschreibt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie tief ist der Marianengraben genau?

Die Tiefe wird je nach Messung mit 10.928 m (Vescovo), 10.983 m (2014) oder 10.994 m (Studie) angegeben – die genaue Zahl ist umstritten. (Nausicaá)

Welche Tiere leben im Marianengraben?

Es wurden bisher bizarre Lebewesen wie der Scheibenbauchfisch und räuberische Amphipoden nachgewiesen, aber die Artenvielfalt ist kaum erforscht. (Baloise)

Wie wurde der tiefste Punkt der Erde entdeckt?

Die erste Tiefenmessung erfolgte 1875 mit der HMS Challenger. (Wikipedia)

Kann ein Mensch ohne Tauchboot den Marianengraben erreichen?

Nein, der Druck würde den Körper in Sekunden zerdrücken. (Wikipedia)

Wie unterscheidet sich der Druck im Marianengraben von dem an der Oberfläche?

Der Druck ist mehr als 1.000-mal höher als auf Meereshöhe – er entspricht dem Gewicht einer ganzen Wassersäule von 11 Kilometern. (Baloise)

Welche Ausrüstung wird für Tiefseetauchgänge benötigt?

Spezielle Tauchboote aus Titan oder ähnlich belastbaren Materialien sowie extrem empfindliche Sensoren. (Nausicaá)

Gibt es einen noch tieferen Punkt als den Marianengraben?

Der Marianengraben gilt derzeit als tiefste bekannte Stelle, aber einige noch tiefere Stellen sind theoretisch möglich, z.B. im Puerto-Rico-Graben. Bisher wurden aber keine bestätigt. (Wikipedia)

Welche Rolle spielt der Marianengraben für die Erforschung der Plattentektonik?

Der Graben entsteht durch Subduktion der pazifischen Platte unter die philippinische Platte – ein Schlüsselprozess für das Verständnis von Erdbeben und Vulkanismus. (Nausicaá)

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